Blog

Nach welchen Kriterien wählst du deinen idealen Coworking Space?

Modern, praktisch und zukunftsweisend: Der Trend zu Coworking Spaces scheint nicht abzureißen. Immer mehr Anbieter schießen deutschlandweit aus dem Boden - international sieht die Situation ähnlich aus. Wenn auch du auf der Suche nach einem Arbeitsplatz für dein Startup oder deine freiberufliche Tätigkeit bist, dann solltest du Coworking in Erwägung ziehen. Doch wie findet man eigentlich einen perfekten Platz?

Bevor du dir die Kriterien anschaust, die für deinen optimalen Coworking Space erfüllt werden müssen, solltest du dir erst einmal bewusst werden, was genau Coworking ist und ob es für dich eine Option ist. Denn das klassische Arbeiten von zu Hause aus, genannt Homeoffice, hat auch weiterhin seinen Platz in der Arbeitswelt.

Home-Office oder Coworking-Space: Vor- und Nachteile des Arbeitsplatzes

Die Wahl deines Arbeitsplatzes hängt sehr stark von deinen Bedürfnissen ab. Wie du in den 11 Tipps zur Wahl des Coworking-Space sehen wirst, gibt es zahlreiche Faktoren, die du beachten musst. Klar ist jedoch, dass eine Sache beim Coworking ganz oben steht: das gemeinsame Arbeiten.

Das ist nicht nur im Namen verankert - Coworking steht für gemeinsam arbeiten und kooperieren - es wird an diesen Orten auch gelebt. Der ursprüngliche Hype begann in den USA, doch mittlerweile entscheiden sich Einzelunternehmer, Startups und Freiberufler auf der ganzen Welt dafür, ihre Arbeit im Homeoffice aufzugeben.

Beim Coworking mietet man sich einen Platz in einem Großraumbüro. Zu den unterschiedlichen Formen der Miete und Arbeitsplätze kommen wir noch. Wichtig ist jedoch zunächst, dass du im Vergleich zum Homeoffice dein Privatleben und dein Arbeitsleben gut trennen kannst. Dabei profitierst du außerdem von deinen „Kollegen“ und der Infrastruktur des Büros - häufig werden Computer, Drucker, Konferenzräume und die Küche von allen Mitgliedern des Coworking Spaces genutzt.

Nicht geeignet sind Coworking Spaces für Menschen, die sich leicht ablenken lassen und bei der Arbeit so viel Ruhe wie möglich benötigen. Homeoffice kann hier doch die bessere Alternative sein. Aber jeder, der ein Kleinunternehmen leitet, selbstständig tätig ist oder etwas Ähnliches für die Zukunft plant, sollte anhand der nachfolgenden 11 Kriterien herausfinden, ob er nicht Teil des innovativen Konzeptes sein möchte, das so viele Menschen begeistert.

11-wichtigste-krieterien-coworking-space-infografik

Die 11 wichtigsten Kriterien für den optimalen Coworking-Space-Arbeitsplatz

1. Coworking ist die Zukunft

Flexibilität, Kreativität und Selbstbestimmung sind für viele junge Leute extrem wichtig, wenn es um ihre Berufswahl geht. Doch gerade zu Beginn eines Projektes fehlt häufig das Budget für ein eigenes Büro oder vielleicht will man auch gar nicht so isoliert arbeiten.

Mit Coworking Spaces wird der Bedarf gedeckt, der durch Unternehmer und Freiberufler hervorgerufen wird. Da der technische Fortschritt zu weniger Arbeitsplätzen in Produktion und Handwerk führt, sind Berufe wie Webdesigner, Content Creator oder PR-Agent deutlich zukunftsorientierter.

Du musst nun entscheiden, ob du schon heute den Trend mitgehen möchtest. Wenn du ein Startup führst oder frei arbeitest, dann arbeiten wahrscheinlich bereits viele Menschen aus deinem beruflichen Umfeld in einem Coworking Space - Kriterium Nummer eins sollte also sein, ob dich dein Weg nicht früher oder später sowieso in ein Büro mit anderen Berufsgruppen führt. Falls das der Fall ist, solltest du dich lieber heute als morgen auf die Suche machen, damit dir wichtige Vorteile des Coworking Konzeptes nicht verborgen bleiben.

2. Kenne dein Budget und bedenke die Home-Office-Kosten

Reden wir nicht um den heißen Brei herum: Coworking Spaces kosten Geld. Neben all den anderen Kriterien für die Wahl deines Coworking Spaces ist dieses einfach das Wichtigste. Lege dir also ein Budget bereit, das du monatlich oder jährlich zur Verfügung hast.

Danach kannst du deine ersten Abstriche machen. Alles, was über deinem Budget liegt, musst du leider (für jetzt) ausschließen. Aber aufgepasst: Setze die Kosten auch ins Verhältnis zu den Alternativen!

Mietest du ein eigenes Büro, dann hast du mit Sicherheit höhere Kosten, weil du für Wasser, Strom, Reinigung und vieles mehr selbst verantwortlich bist. Aber auch beim Homeoffice entstehen dir Kosten, die beim Coworking vielleicht geringer ausfallen können.

Bei vielen Coworking Spaces nutzt du eine Gemeinschaftsküche, gemeinsame Drucker oder auch das schnelle WiFi. Arbeitest du von Zuhause aus, dann zahlst du dort zusätzlich Strom, musst einen Drucker selbst kaufen und für schnelles WiFi zahlst du unter Umständen darauf.

Benötigst du also für dein Unternehmen viele Dinge links und rechts, die du sonst selbstständig anschaffen müsstest, kannst du sparen, indem du einen Platz in einem Coworking Space mietest. Sei dir dessen bei deiner Budget-Planung bewusst.

3. Für welche Dauer nutzt du den Coworking Platz?

Eng verbunden mit der Budget-Planung ist auch deine Planung für die nächsten Monate. Coworking Spaces lassen sich nämlich täglich, wöchentlich, monatlich oder jährlich mieten, je nachdem, in welcher Stadt du lebst und wie groß das Angebot ist.

Wenn du nur hin und wieder aus deinem Home Office ausbrechen möchtest oder ein bestimmtes Projekt vor der Brust hast, dann ist Mieten für kurze Zeiträume wahrscheinlich ein wichtiges Kriterium für dich. Die hohe Flexibilität der Coworking Spaces ist eines der Merkmale, das die Leute, die es nutzen, am meisten schätzen. Sei also nicht zu nervös und lege dich nicht vorschnell für ein ganzes Jahr auf einen Space fest.

Zur Dauer der Nutzung gehört auch, wann du Zugang zum Büro hast. Es gibt Coworking Spaces, die 24 Stunden geöffnet haben und welche, die nur zu bestimmten Zeit zugänglich sind. Nur selten haben Jungunternehmer und Freiberufler einen geordneten Arbeitsalltag, es wäre also fatal, wenn du deinen Arbeitsplatz nicht nutzen kannst, wenn du gerade einen großen Auftrag bekommen hast oder auch einfach einen Schwung an Motivation spürst.

Gleiches gilt für die verschiedenen Konzepte, die beim Coworking angeboten werden. Beim sogenannten Hotdesking hast du keinen festen Arbeitsplatz. Wenn du ins Büro kommst, suchst du dir einfach einen freien Platz.

Das birgt natürlich die Gefahr, zu Stoßzeiten überhaupt keinen Arbeitsplatz zu bekommen. Sobald Deadlines oder Geschäftstermine ins Spiel kommen, wird der Spielraum schnell kleiner. Ist das bei dir der Fall, dann kannst du dir auch einen Anbieter suchen, bei dem du einen festen Arbeitsplatz hast, zu dem du jederzeit Zugang hast.

4. Wo willst du arbeiten?

Hast du nun also ein Budget, willst das Abenteuer Coworking starten und weißt, ob du einen festen Platz brauchst oder nicht, musst du herausfinden, wo dein neuer Arbeitsplatz liegen soll. Dazu musst du dir zwei Fragen stellen: Wie gut erreichst du den Platz und wie gut erreichen ihn potenzielle Geschäftspartner und Kunden?

Wie auch beim klassischen Job ist die Anfahrt zur Arbeit ein wichtiger Faktor. Mietest du dich nur für einen kurzen Zeitraum ein, dann kannst du lange Anfahrtszeiten wahrscheinlich verkraften. Planst du jedoch, jeden Tag vor Ort zu sein, dann sollte dir bewusst sein, wie viel Zeit du im Auto oder in Bussen und Bahnen verbringen wirst.

Coworking soll das Leben bereichern und deine Arbeitsweise verändern - nicht aber deine Freizeit auffressen. Unter Umständen musst du dich also gegen einen Coworking Space entscheiden, wenn er einfach zu weit von deiner Privatwohnung entfernt liegt.

Aber nicht nur deine Bedürfnisse spielen dabei eine Rolle, sondern auch die deiner Partner und Kunden. Arbeitest du im Finanzsektor, dann musst du logischerweise in der Innenstadt präsent sein, um für Meetings erreichbar zu sein. Arbeitest du als Künstler, dann sind Gleichgesinnte und Kunden wahrscheinlich eher in Szenevierteln zu finden als in der Nähe der Großunternehmen. Erreiche also nicht nur deinen Coworking Arbeitsplatz, sei auch für alle anderen gut erreichbar.

5. Dein Image muss zum Büro passen

Es genügt nicht, nur von der Coworking Idee begeistert zu sein. Wie du arbeitest und wo du deine Kontakte knüpfst, bestimmt auch das Image deiner Firma. Coworking ist noch relativ neu und nicht für alle ein erstrebenswertes Konzept.

Die Schnelllebigkeit und Kreativität, die viele schätzen, ist auch häufig ein Anzeichen für Unruhe und Anfängertum. Natürlich kannst du Kunden vom Gegenteil überzeugen. Doch wenn du Aufträge von hohem Wert ergattern möchtest, dann kann es hinderlich sein, wenn du deine Geschäftspartner zwischen Kaffeeflecken und Papierfliegern empfängst.

Wähle dein Coworking Büro also danach aus, was dich und dein Unternehmen ausmacht. In Großstädten hast du glücklicherweise die Wahl zwischen chaotischen Räumlichkeiten mit vielen kreativen Köpfen, die noch nicht genau wissen, wohin der Weg führt, und ordentlichen Büros mit Trennwänden, einem Putzdienst und etablierten Unternehmern.

Wenn du es höchstgradig flexibel haben möchtest, kannst du natürlich auch in mehreren Coworking Spaces parallel aktiv sein. Profitierst du von Gesprächen mit anderen aus deiner Branche und brauchst den Trubel, um deine Kreativität auszuleben? Dann arbeite in einem offenen Büro mit vielen Gesichtern. Suchst du an einem anderen Tag einen Ort, um ein Projekt zu beenden und deinen Kunden zu präsentieren? Dann miete dich für ein paar Tage in einen seriösen Coworking Space ein.

Diese Variante ist natürlich unsicherer und unter Umständen auch kostspieliger, allerdings entspricht sie voll und ganz der Freiheit und Flexibilität, die sich viele von Coworking Spaces erhoffen. Und wie immer gilt: Ausprobieren ist die sicherste Methode. Aber dazu mehr unter Punkt 11.

6. Die Ausstattung muss stimmen

Nicht nur, was dein Arbeitsplatz repräsentiert, will gut überlegt sein; auch was dein Coworking Space wirklich leisten kann, musst du als wichtiges Kriterium bei der Wahl beachten. Denn du suchst vielleicht zunächst nur nach einer günstigen Alternative zu einem echten Büro, doch was ist, wenn dein Business erst einmal ins Rollen kommt?

Dann musst du wissen, was das Büro alles leisten kann. Sind die Drucker zuverlässig? Gibt es genug Extraräume für Seminare, Meetings oder Interviews? Ist das Büro barrierefrei?

Hast du mehrere Coworking Spaces zur Auswahl, die bisher deine Kriterien erfüllen, dann sollte Ausstattung auf jeden Fall ein wichtiger Faktor sein. Denn auch wenn oft über das Miteinander und die Innovation beim gemeinsamen Arbeiten gesprochen wird, geht es hier auch um dein Unternehmen und deine Ziele.

Und die entwickeln sich weiter. Frag also ruhig nach, ob es in Zukunft Veränderungen im Büro geben wird. Gibt es zum Beispiel feste Computer, deren Software regelmäßig erneuert wird? Wie schnell ist der Reparaturservice bei Technikausfällen?

Wie bei allen Trends gibt es diejenigen, die Coworking prägen wollen und diejenigen, die nur auf den Zug aufspringen. Ein guter Coworking Space entwickelt sich mit der Zeit weiter und wird vom Betreiber gut gepflegt. So spricht sich auch herum, wie gut er ist und ein Coworking Space mit einem guten Ruf ist auch gut für den Ruf deiner Arbeit. Natürlich gilt das auch umgekehrt: Spricht man in der Stadt von deinem Büro als Schandfleck, dann wirft das auch ein schlechtes Licht auf dich.

7. Deine Arbeitsweise bestimmt deine Ansprüche

Viele Kriterien haben wir nun schon besprochen. Doch ein Kriterium, das vor allem für den Arbeitsalltag enorm wichtig ist, haben wir bisher nicht behandelt: Wie arbeitest du eigentlich? Denn neben all der schönen Ausstattung, den Meetings und der Lage musst du schließlich auch den einfachen Alltag meistern: E-Mails beantworten, Termine planen, Rechnungen bezahlen.

Manche Menschen erledigen das ganz locker nebenbei. Es stört sie nicht, wenn Kollegen am Tisch vorbeikommen und eine Frage stellen. Andere wiederum brauchen ihre Ruhe und müssen sich konzentrieren können.

Daher ist ein Open Space Konzept, bei dem jeder jeden sehen kann und jederzeit Austausch stattfinden kann, eine völlig andere Sache als Trennwände und Einzelplätze. In einigen Büros gibt es überhaupt keine Trennung der Plätze. In anderen sind bestimmte Teile des Büros für ruhigeres Arbeiten abgetrennt.

So oder so kannst nur du entscheiden, wie du am effektivsten arbeitest. Wie bereits erwähnt kann hier auch eine Kombination ideal sein: Arbeite für bestimmte Projekte im hektischen Open Space Konzept und ziehe dich bei einem anderen in ein ruhiges Büro mit Trennwänden zurück.

8. Profitierst du von den Ideen anderer?

Nun kommen wir zu einem der zwei wichtigsten Punkte, wenn es darum geht, wie dein ideales Konzept für Coworking Spaces aussehen soll: Hilft diese Arbeitsweise deiner Kreativität? Denn es wäre schade, wenn du dem Trend verfällst, ohne ihn auch wirklich für dich zu nutzen.

Ein Webdesigner kann davon profitieren, wenn er mit Kollegen aus seiner Branche regen Austausch halten kann. Aber auch PR-Agenten können den Webdesigner auf aktuelle Trends hinweisen oder auf Fehler aufmerksam machen.

Bist du vielleicht im Social Media Bereich tätig? Dann kann dir sowohl der Webdesigner, als auch der Besitzer des veganen Startups oder die Journalistin dabei helfen, neue Wege zu gehen. Und das beste dabei ist, dass dir das nicht mal unbedingt wie Arbeit vorkommen muss.

Denn auch Gespräche über das vergangene Wochenende oder der Kaffeeklatsch können dazu führen, dass du für dein Business neue Inspiration erhältst. Dabei kann es um Arbeitstechniken, technischen Fortschritt, Markttrends oder etwas völlig anderes gehen, an das weder du noch wir aktuell denken können.

Du musst dich allerdings fragen, ob du dafür auch bereit bist. Denn ständiger kreativer Austausch ist auch anstrengend. Unsere Welt verändert sich gefühlt ohnehin schon schneller und schneller und wenn du dann auch noch an einem Ort arbeitest, an dem sich die Gesichter ändern, die Branchen zusammengeworfen werden und Scheitern und Erfolg praktisch am selben Tisch sitzen, dann kann das schon überwältigend sein.

Auf der anderen Seite kannst du als guter Beobachter auch enorm von den Erfolgen und Misserfolgen um dich herum lernen. Wer hat sich übernommen? Wieso scheitert der eine, wo der andere stetig wächst? Wie viele Mitarbeiter haben die erfolgreichen Startups im Vergleich zu denen, die scheitern?

Beim Homeoffice musst du aktiv Menschen suchen, mit denen du kreativ sein kannst oder musst dir deine Ideen aus dem Internet ziehen. In klassischen Büros arbeiten viele deiner Kollegen an ähnlichen Projekten wie du, kennen Arbeitsabläufe und wollen in den Pausen lieber über Privates sprechen. Beim Coworking gibt es kaum Grenzen für Innovation und Veränderung.

Natürlich ist nicht jedes Gespräch für einen Durchbruch geeignet. Aber wenn du deine Kriterien für einen Coworking Space festlegst, dann informiere dich, ob die „Kollegen“ ähnliche Ziele haben wie du und wie viele Unternehmer aus dem Büro bereits erfolgreich sind. Mehr Tipps dazu unter Punkt Nummer 10.

9. Sitzt dein nächster Geschäftspartner beim Kaffeetrinken neben dir?

Kreativität, Flexibilität und zukunftsorientiertes Arbeiten sind schön und gut, doch viele Menschen schätzen am Coworking eben auch, dass sie ihre professionellen Kontakte gleich im Büro knüpfen können.

Da viele Coworking Spaces von Kleinunternehmern und Freiberuflern genutzt werden, die noch nach Netzwerken suchen und vor allem versuchen, alles irgendwie alleine zu bewältigen, entstehen Geschäftsbeziehungen fast automatisch.

Anstatt mehrere Stunden Arbeit in die Gestaltung der Autorenseite zu stecken, lässt der freiberufliche Texter das Design lieber vom Kollegen erledigen. Dafür muss der Webdesigner sich nicht mit seinen Bewerbungsschreiben herumärgern, die lieber der Texter übernimmt.

Der Software-Entwickler will seine neueste App unter die Leute bringen, hat aber keine Ahnung vom Marketing, also engagiert er gleich die Social Media Experten aus dem Büro. Dafür hat der Finanzberater einen Kunden, der dringend auch eine App für sein Restaurant braucht - und gibt die Kontaktdaten an den Software-Entwickler weiter.

Wie geeignet der Coworking Space für deine geschäftlichen Bedürfnisse ist, hängt ganz davon ab, was deine Ziele sind. Setzt du in deiner Branche beispielsweise sehr viel Geld um und hast einen hohen Stundensatz, dann kann es schwer werden, in einem Büro voller junger Freiberufler jemanden zu finden, der sich deinen Service oder deine Produkte leisten kann.

Umgekehrt ist es aber auch so, dass du als Freiberufler vielleicht unter B2B Startern, Aktienhändlern und Versicherungsmaklern nicht richtig aufgehoben bist. Die Zusammensetzung des Coworking Spaces spielt also eine genauso wichtige Rolle wie der Standort oder die Ausstattung.

Es gibt in vielen Städten auch schon spezialisierte Coworking-Center, in denen sich beispielsweise nur Startups oder nur Freiberufler zusammenfinden. Mit der steigenden Anzahl an Coworking Spaces weltweit wird sich also mit hoher Wahrscheinlichkeit auch das Angebot erweitern. Bis allerdings das perfekte Büro speziell für dich entworfen wurde, musst du weiterhin deine eigenen Kriterien anlegen. Und um herauszufinden, ob die vorhanden Spaces für dich das Richtige sind, fehlen dir nur noch Tipp 10 und 11!

10. Welche Adressen stehen am Briefkasten?

Es gibt Coworking Spaces, in denen du nur einen Arbeitsplatz erhältst, und es gibt Anbieter, bei denen du gleich eine Postadresse und eine Telefonnummer dazu bekommst. Letzteres ist nicht nur ein Vorteil für dich, falls du deine Heimadresse nicht nutzen möchtest, dir steht dadurch auch ein umfangreiches Recherche-Tool zur Verfügung.

Denn häufig führen Coworking Space Anbieter ihre Kunden auf ihrer Website auf. So kannst du sie einsehen und dich darüber informieren, welche Firmen und Freiberufler einen Coworking Space nutzen.

Kriterium Nummer eins ist dabei die Zusammensetzung des Büros und ob es für dich geeignet ist. Dafür hast du dich ja bereits an den Punkten 1 bis 9 orientiert und weißt, wie viele Freiheiten du haben möchtest und von welchen Partnerschaften du profitieren kannst.

Aber auch über die Qualität und den Erfolg eines Coworking Spaces lässt sich so einiges herausfinden. Wie gut ist der Ruf der Unternehmer, die sich dort einmieten? Kennst du vielleicht schon einige aus deinem persönlichen oder professionellen Umfeld?

Baust du ein Startup auf, solltest du recherchieren, wie viele der Startups aus dem Büro bisher erfolgreich waren. Bist du freiberuflicher Autor, dann sieh nach, für welche großen Verlage die Autoren vor Ort schon veröffentlicht haben.

Aber Achtung: Viele Kollegen aus derselben Branche bedeuten auch viele Konkurrenten und möglicherweise Ideenklau. Diese Sorge haben viele, wenn sie sich für ein Coworking Büro interessieren. Denn Innovation steht für die meisten Gründer ganz oben auf der Wunschliste und es ist gefährlich, diese Ideen mit anderen zu teilen, die genau dieselben Prioritäten setzen.

Es reicht also nicht, nur „die Namen am Briefkasten“ zu lesen. Wenn du nicht bereit bist, deine eigenen Ideen frei zu teilen, dann ist ein Büro ohne direkte Konkurrenten vielleicht besser geeignet. Oder du wählst eines der vorher beschriebenen Konzepte, in denen du immer noch etwas Privatsphäre genießt. So entscheidest du, was die anderen Mitglieder des Büros sehen und was nicht.

11. Wer sagt dir, wie gut ein Coworking Space wirklich ist?

Last but not least - musst du alle vorher genannten Kriterien natürlich so gut es geht auch einschätzen können. Dafür gibt es verschiedene Möglichkeiten. Wie bereits erwähnt, können die Firmen, die bereits im Coworking Space ansässig sind, ein guter Indikator für die Qualität des Büros sein.

Aber es gibt auch ganz klassische Wege, um einen Eindruck zu bekommen. Wie wäre es zum Beispiel mit Google Rezensionen? Aber auch Magazine und Blogs nehmen regelmäßig Bewertungen vor. So kürte das Manager Magazin die besten flexiblen Büros deutscher Großstädte (u.a. Düsseldorf, Hamburg, München), während sich 99Design auf die 16 Top Coworking Spaces in Berlin konzentrierte.

Auch in Foren oder auf den Internetauftritten der Coworking Anbieter lassen sich häufig Hinweise auf die Qualität und die Erfahrungen anderer Unternehmer finden. Übrigens auch auf diesen Seiten zu finden: Hinweise zu den Aufnahmekriterien. Denn nicht jeder darf auch in jedes Büro ziehen. Die Hürden können dabei ganz unterschiedlich aussehen, von Jahresumsatz bis hin zur Unternehmensgröße - manchmal sind es Ober- und manchmal auch Untergrenzen in diesen Bereichen.

Nehmen wir jedoch an, dass du die Kriterien für die Aufnahme erfüllst und bei deiner Recherche auf keine offensichtlichen Probleme gestoßen bist. Dann bleibt dir eigentlich nur noch ein Kriterium übrig, das du an deinen Coworking Space stellen solltest: Wie fühlt es sich an?

Denn bei all der Recherche und all den Überlegungen solltest du auf jeden Fall einen Testlauf machen, bevor du dich für längere Zeit auf einen Coworking Platz festlegst. Nur so findest du heraus, was wirklich zu dir und deinem Unternehmen passt. Bei Anbietern mit Tagesmietung gestaltet sich die Sache einfach: Probier es für ein paar Tage aus. Doch auch bei denen, die nur langfristige Mietverhältnisse ab einem Monat anbieten, solltest du nachfragen, ob du für ein paar Tage testen kannst, ob du deinen idealen Coworking Space endlich gefunden hast.

Bitte geben Sie die Zeichenfolge in das nachfolgende Textfeld ein

Die mit einem * markierten Felder sind Pflichtfelder.

  • -

    Ich arbeite auch viel im Coworking und wollte auch nochmal unterstreichen, das man wirklich mindestens eine Woche mal einen Coworking Space austesten sollte, bevor man wirklich einen längerfristigen Vertrag oder sowas abschließt. Die meisten guten Spaces haben sowieso keine so langfristigen Verträge, sondern sind von ihrer Leistung überzeugt. ;)

  • -

    Ich habe auch mittlerweile einen coolen Coworking Space in München gefunden. Bin aber - abseits von Corona auch gerne in anderen Ländern unterwegs und nutze da dann immer die Coworking Spaces. :)