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Was sind die Vorteile und eventuelle Nachteile der Gründung einer UG und einer GmbH?

Der wohl bekannteste Vorteil einer GmbH ist die auf das Gesellschaftsvermögen beschränkte Haftung. In diesem Vorteil findet sich wohl auch der häufigste Grund für die Gründung einer solchen Gesellschaft. Was für kleine Unternehmen oder Einzelpersonen allerdings oft schwierig ist, ist die hohe Kapitaleinlage.

Hier kommt die UG ins Spiel, welche diesen Betrag auf ein Minimum von einem Euro herabsetzt. Auf diese Weise ist jedem die Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung möglich. Um bei einer Gründung zwischen GmbH und UG entscheiden zu können, lies im Folgenden die Einzelheiten zu den beiden Rechtsformen und deren Vorteilen sowie dem Ablauf der Gründung.

GmbH gründen 2019: Alles Wichtige zu Voraussetzungen, Kosten, Kapital, Haftung, Steuern, Mustervertrag

Bevor du die Gründung einer GmbH in Erwägung ziehst, solltest du dir über die nötigen Voraussetzungen klar sein und abklären, ob diese gänzlich erfüllt sind. Die wohl wichtigste Voraussetzung für die Gründung einer GmbH ist das nötige Stammkapital. Es müssen 25.000 € Stammkapital vorhanden sein, von den mindestens die Hälfte, also 12.500 € sofort bei der Gründung eingezahlt werden müssen.

Zudem braucht es mindestens eine juristische Person, welche als Gründer fungiert. Ein Gesellschaftsvertrag wird aufgesetzt, welcher notariell beglaubigt sein muss. Des weiteren ist jede GmbH im Handelsregister einzutragen. Solltest du dich bei deiner Gründung für eine Sachgründung entscheiden, müssen sämtliche Sachwerte im Gesellschaftsvertrag genau beschrieben sein.

Zudem muss ihr Wert geschätzt werden. Diese Informationen werden darüber hinaus in einem Sachgründerbericht festgehalten. Sämtliche Unterlagen über die Sachwerte werden bei der Eintragung ins Handelsregister benötigt.

Neben dem benötigten Stammkapital von 25.000 € fallen bei der Gründung einer GmbH weitere Kosten an. Der Gesellschaftsvertrag etwa oder auch die Eintragung ins Handelsregister sind natürlich nicht kostenfrei. In dieser frühen Phase kommen außerdem bereits Druck- und Telekommunikationskosten auf das junge Unternehmen zu, während die ersten Ausgaben im Bereich Marketing ins Haus flattern.

Rechne mit Gründungskosten von bis zu 1.000 €. Grundsätzlich kann gesagt werden, dass die Gründung einer Ein-Personen-GmbH günstiger ist als die Gründung mit mehreren Gesellschaftern. Dies liegt am Vertragsaufwand, der zwischen mehr als einer Person natürlich größer ist. In den meisten Fällen muss der Gesellschaftsvertrag individuell angepasst werden, was die Kosten wiederum in die Höhe schnellen lässt.

Bei der Gründung mit nur einem Gesellschafter reicht oftmals das Aufsetzen eines Musterprotokolls aus. Es enthält alle gesetzlich vorgeschriebenen Positionen und ist günstiger, da hier keine individuellen Anpassungen enthalten sind. Eine Ein-Mann-GmbH weist Vorteile aber auch einige Nachteile im Vergleich zum einfachen Einzelunternehmer auf. So muss der Einzelunternehmer keine Körperschaftssteuer zahlen und ist in vielen Fällen auch nicht zur doppelten Buchführung verpflichtet.

Die GmbH kann steuerliche Vorteile im Vergleich zum Einzelunternehmen nicht aufweisen. Dem steht der Hauptvorteil der beschränkten Haftung gegenüber. So weist eine Ein-Personen-GmbH oder UG, die ja beide Kapitalgesellschaften mit beschränkter Haftung sind, Vor- und Nachteile im Vergleich mit dem Einzelunternehmertum auf. Diese werden in der individuellen Frage: „GmbH oder Einzelunternehmen?“, sorgfältig abgewogen.

Wie bereits erwähnt, muss jede GmbH mindestens 25.000 € Stammkapital aufweisen. Der Begriff Stammkapital bezeichnet die Kapitaleinlage einer GmbH. Dieses Mindeststammkapital wurde vom Gesetzgeber zum Schutz der späteren Geschäftspartner des Unternehmens eingeführt, da im Falle einer Haftung lediglich Zugriff auf das Stammkapital gegeben ist. Das Privatvermögen der Gesellschafter ist unantastbar.

Sollte die Haftung das zur Verfügung stehende Stammkapital überschreiten, muss die Gesellschaft Insolvenz anmelden. Besteht eine GmbH aus mehreren Gesellschaftern, wird genau geregelt, wie hoch die einzelnen Einlagen sind. Dementsprechend wird auch der Gewinn ausgeschüttet. Die Einlagen der einzelnen Gesellschafter in die GmbH werden Stammeinlagen genannt und bilden miteinander das Stammkapital, welches auf ein Geschäftskonto eingezahlt wird.

Bei der Gründung muss die Hälfte des Kapitals auf dem Konto der Gesellschaft liegen. Die zweite Hälfte muss theoretisch nie eingezahlt werden. Sie muss allerdings zu jeder Zeit sofort verfügbar sein, da sich die Haftung der Gesellschaft zu jedem Zeitpunkt auf den vollen Betrag des Mindeststammkapitals beläuft.

Die GmbH bietet dem Gründer wichtige Vorteile, wie zum Beispiel, dass sie den Unternehmer vor der persönlichen Haftung mit seinem gesamten Privatvermögen schützt. In den meisten Fällen bietet die GmbH diesen Schutz zuverlässig, indem Gläubiger ihre Schadensersatzforderungen ausschließlich aus dem Stammkapital der Gesellschaft erstattet bekommen können. Allerdings birgt die Geschäftsführung einer GmbH in seltenen Fällen trotzdem das Risiko einer persönlichen Haftung.

Dieser Fall tritt ein, wenn der Geschäftsführer die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes nach Paragraph 347 aus dem Handelsgesetzbuch verletzt hat. In diesem Fall ist er der Gesellschaft gegenüber zu einer Schadensersatzzahlung verpflichtet. Im Falle einer persönlichen Bürgschaft der Gesellschafter für einen Kredit der Gesellschaft wird das Prinzip der beschränkten Haftung zur tatsächlich persönlichen Haftung der Gesellschafter, sollte die GmbH zur Zahlungsunfähigkeit gelangen.

Die GmbH gilt als eigenständige juristische Person und ist rechtlich dazu verpflichtet Steuern zu zahlen. Hier ist zuerst die Körperschaftssteuer zu nennen, die man als Einkommenssteuer für Gesellschaften sehen kann. In einer GmbH müssen die einzelnen Gesellschafter trotzdem Einkommenssteuer zahlen. Darüber hinaus ist die GmbH, wie alle anderen Unternehmen ab einer bestimmten Umsatzhöhe, verpflichtet Umsatzsteuer abzuführen.

Der Solidaritätszuschlag wird sowohl von juristischen als auch natürlichen Personen innerhalb der Gesellschaft erhoben. Das bedeutet, dass sowohl die GmbH als auch die Gesellschafter, der Geschäftsführer und die Angestellten der GmbH diese Steuer entrichten müssen. Sollte es Angestellte geben, ist für diese außerdem Lohnsteuer zu zahlen. Da die meisten GmbHs gewerblich arbeiten, ist außerdem Gewerbesteuer an den Ort, in dem das Unternehmen ansässig ist, zu zahlen.

Ein Mustervertrag enthält alle notwendigen Positionen eines Gesellschaftsvertrages und muss im günstigsten Fall lediglich sorgfältig ausgefüllt werden. Er enthält die Bezeichnung des Firmennamensmit dem Zusatz „GmbH“ sowie den Firmensitz. Außerdem sind alle Gesellschafter mit ihren Adressen genannt. Das Stammkapital wird genannt und aufgeschlüsselt auf die einzelnen Gesellschafter dargestellt.

Des Weiteren wird die Tätigkeit des Unternehmens genannt, wobei hier darauf geachtet werden sollte, dass diese nicht zu eng formuliert wird, wenn eine spätere Änderung des Vertrages vermieden werden soll. Ein guter Mustervertrag enthält alle diese Punkte und geht womöglich darüber hinaus. Der Vertrag wird von allen Gesellschaftern unterschrieben und von einem Notar beurkundet. Dann ist er gültig.

UG gründen – Alle Infos, Kosten, Vorteile & Tipps auf einen Blick!

Eine UG gründest du am wahrscheinlichsten dann, wenn du das Stammkapital einer GmbH nicht aufbringen kannst. Denn der größte Unterschied zwischen einer UG und einer GmbH liegt darin, dass das Mindeststammkapital bei einer UG einen Euro beträgt. Es ist ausschließlich die Bargründung möglich und es können keine Sacheinlagen erbracht werden, was bei einem Stammkapital von einem Euro allerdings auch nicht nötig ist.

Vergiss bei der Entstehung deiner UG nicht die Kosten, die zusätzlich auf dich zukommen. Der Vertrag, die notarielle Beglaubigung, die Eintragung ins Handelsregister und die anderen Kostenstellen, die anfallen, wenn man eine GmbH gründen möchte, gilt es auch hier zu bezahlen. Rechne also mit bis zu 1.000 € Ausgaben für den Gründungsprozess, damit eine verfrühte Insolvenz deines jungen Unternehmens verhindert wird.

Grundsätzlich sollten die Gründungskosten einer UG im Vergleich zur GmbH insgesamt etwas geringer ausfallen. Dies liegt einerseits am vereinbarten Stammkapital, da der Notar seine Verrechnung nach dieser Summe bemisst. Andererseits steigen oder sinken die Gründungskosten auch mit der Zahl der Gesellschafter. Läuft bei der Gründung deiner UG alles nach Plan, hast du mit einer Gründungsdauer von drei bis vier Wochen zu rechnen.

Stelle dich also darauf ein, dass es sich um einen aufwendigeren Prozess handelt, als die nachfolgende Checkliste dich vielleicht vermuten lässt. Die Liste ist eher dazu da, die zeitliche Abfolge der Behördenwege und Meilensteine auf einen Blick zu sehen und somit sicherzustellen, dass du keinen Punkt vergisst.

Um Deine UG vor einer Insolvenz zu schützen, ist es ratsam, dir ein Stammkapital zu überlegen, das über den Mindestbetrag von einem Euro hinausgeht. Es sollte sich um eine Gesamteinlage handeln, die eine gewisse Sicherheit bietet und auch im Falle einer Haftung nicht sofort verbraucht ist.

Solltest du als Einzelperson eine UG gründen, lohnt es sich außerdem über die Verwendung eines Musterprotokolls nachzudenken, das alle rechtlich erforderten Positionen enthält und sich als die günstigste Variante eines Gesellschaftsvertrages abzeichnen wird. Du kannst das Musterprotokoll auch bei einer Gründung im Team anwenden. Die einzige Einschränkung liegt hier in der Obergrenze von drei Gesellschaftern.

Allerdings lohnt es sich, gründlich darüber nachzudenken, ob das Musterprotokoll, das den Gesellschaftsvertrag, die Gesellschafterliste und die Bestellung eines Geschäftsführers enthält, für dein Team passend ist. Eine Tücke ist nämlich die Unabänderlichkeit des Protokolls.

Individuelle Anpassungen zwischen den Gesellschaftern sind hier nicht möglich. Werden solche benötigt, kommst du um einen vollständigen Gesellschaftsvertrag nicht herum. Dieser beinhaltet sämtliche Informationen, die ein Vertrag für eine GmbH ebenfalls enthalten würde. Diese wurden weiter oben bereits erwähnt.

Nach der Gründung hat deine Unternehmergesellschaft, da sie zu den Kapitalgesellschaften zählt, einige Pflichten zu erfüllen. Dazu zählt die Eröffnungsbilanz. Dafür fallen Kosten bei einem Buchhalter an, sofern du diese Bilanz nicht selbst erstellen kannst. Jahresabschlüsse müssen von der Gesellschafterversammlung beschlossen und im Bundesanzeiger veröffentlicht werden. Der Beschluss hat acht bis elf Monate nach Ende des Geschäftsjahres stattzufinden.

Bedenke stets, dass 25 % deines Jahresgewinns gespart werden müssen. Du darfst also nicht den gesamten Gewinn ausschütten. Dies gilt so lange, bis du mindestens 25.000 € an Kapital in die Rücklagen deiner UG eingestellt hast. Danach kann deine UG in eine GmbH umgewandelt werden. Verpflichtet bist du zu diesem Schritt allerdings nie. Trotzdem schreibt der Gesetzgeber diese Maßnahme zur Erhöhung der Rücklagen vor, da die GmbH höheres Ansehen genießt und die UG eingerichtet wurde, um den Zugang zur GmbH zu erleichtern.

UG-Gründung Schritt für Schritt - deine 9 Punkte-Checkliste für den Ablauf

  1. Firmennamen wählen und Gründerteam zusammenstellen
  2. Stammkapital und Anteile der einzelnen Gesellschafter bestimmen
  3. Gesellschaftsvertrag aufsetzen oder Musterprotokoll ausfüllen
  4. Vertrag notariell beurkunden lassen
  5. Handelsregistereintragung vornehmen
  6. Gewerbeanmeldung vornehmen
  7. UG dem Finanzamt melden
  8. Geschäftskonto eröffnen
  9. Stammkapital einzahlen

Vorteile GmbH: Diese 9 Gründe sprechen für die Gründung einer GmbH

  • Schutz des Privatvermögens der Gesellschafter
  • Rechtsform eignet sich für alle Arten von Gewerben, Dienstleistungen und freie Berufe
  • Individualität durch Gesellschaftsvertrag möglich
  • Sacheinlagen sind bis zu 25 % der Kapitaleinlagen möglich
  • Gründung auch für Ein-Mann-Unternehmen möglich
  • Gesellschafter können gleichzeitig Geschäftsführer oder Angestellte sein
  • Wechsel von Gesellschaftern durch Vertragsregelungen unkompliziert möglich
  • Anstellung eines Geschäftsführers ohne Gesellschaftsanteile möglich
  • Gesellschafter können auch durch juristische Personen gestellt werden.
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